Montag, 8. Juni 2020

Montagsfrage #22 Bücher gegen Ignoranz #blacklivesmatter



Welche Bücher, die gegen die Ignoranz und Unwissenheit bezüglich Rassismus arbeiten, kennt ihr und könnt ihr empfehlen?


Es ist wieder Montag und somit auch wieder Zeit für die Montagsfrage. Antonia hat diese Woche ein - wie ich finde - äußerst wichtiges Thema gewählt. Eines, das heute immer noch ein Teil unserer Gesellschaft ist. Leider. Rassismus und Gewalt. Ausgrenzung und Anfeindung allein wegen der Hautfarbe.

Es ist für mich absolut unverständlich, warum Menschen immer noch in den Kategorien Schwarzer und Weißer denken, geschweige denn, warum sie jemals damit angefangen haben. Ich mag die Bezeichnung beziehungsweise Unterteilung Schwarzer und Weißer nicht, legt es doch nahe, dass es zwischen diesen Menschen einen Unterschied gibt - abgesehen von der evolutiv bedingten unterschiedlich starken Pigmentierung der Haut.

Ich habe das große Glück, dass ich mich selbst noch nie mit Rassismus aufgrund meiner Hautfarbe konfrontiert sah noch dies in meinem Bekanntenkreis miterleben musste. Doch ich weiß, dass es für viel zu viele Menschen ein Teil des Alltags ist.
Wie viele andere von euch auch war ich absolut schockiert davon, was George Floyd passiert ist. Zumal er nicht der einzige Mensch dunkler Hautfarbe in Amerika ist, der unbewaffnet war und trotzdem von der Polizei getötet wurde. Das passiert immer wieder und jedes einzelne Mal ist zu oft!
Insgesamt sterben viel zu viele Menschen in den USA durch Waffengewalt - dank der viel zu laschen Waffengesetze. Das nur als Bemerkung am Rande. Das es aber viel mehr dunkelhäutige als hellhäutige Menschen trifft, kann man nicht anders erklären als mit Rassismus. Und ich finde es gut, dass der Tod eines Menschen aufgrund von Rassismus und Polizeigewalt endlich einen weltweiten Aufschrei und die angemessene Empörung hervorruft. Nur warum nicht schon viel früher?
Ich schreibe all dies nicht, weil ich wie so mancher anderer nur die Aufmerksamkeit suche, sondern weil es mir wirklich wichtig ist. Es ist für mich seit Jahren schon eine Herzensangelegenheit, gegen Rassismus, Sexismus und jede andere Form der Diskriminierung aufzustehen und im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas dagegen zu tun. Nicht nur, weil ich dann besser schlafen kann, sondern auch, weil ich weiß, dass es viel zu viele Menschen gibt, die sich nicht in einer so privilegierten Position befinden wie ich und ich es deshalb als meine Pflicht sehe, etwas zu tun.
Bevor ich mich gleich mit der eigentlichen Frage beschäftige, möchte ich euch noch auf eine Aktion aufmerksam machen. Ich unterstütze seit mehreren Jahren Amnesty International. Diese Organisation kämpft zwar schon seit Jahrzehnten gegen Rassismus, hat aber nun noch einmal eine neue Kampagne gegen rassistische Polizeigewalt und für Gerechtigkeit für George Floyd gestartet. Wenn ihr Zeit hättet, fände ich es echt cool, wenn ihr hier mal vorbeischauen würdet. Ich weiß, viele denken, solche Aktionen bringen nichts, aber je mehr mitmachen, desto höher sind auch die Erfolgschancen. Auch Regierungen können nicht den Druck von Tausenden (oder mehr) ignorieren.

Kommen wir nun endlich zur eigentlichen Frage. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir sehr wenige Geschichten einfallen, in denen es überhaupt um Rassismus geht. Mir ist nicht einmal ein Buch eingefallen, in der der Protagonist dunkelhäutig ist - bis auf zwei der Geschichten, die ich euch vorstellen möchte. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass es mir relativ egal ist, welche Hautfarbe der Protagonist hat. Für mich kommt es lediglich darauf an, dass die Figuren schlüssig sind. Auch bei Filmen und Serien sind mir bisher nur seeehr wenige dunkelhäutige Hauptdarsteller aufgefallen. Wenn überhaupt, sind es in der Regel Nebendarsteller. Leider.

Insgesamt sind mir 6 Geschichten eingefallen, in denen Rassismus wenigstens angeschnitten wird. Ich weiß, es gibt noch viel, viel mehr, aber ich wollte hier nur solche Geschichten ansprechen, die ich auch selbst gelesen, gesehen oder gehört habe.
Die ersten beiden Geschichten schneiden Rassismus tatsächlich nur grob an, ich wollte sie hier aber trotzdem nennen als Beispiele dafür, dass ein Buch oder ein Film ein anderes Hauptthema haben kann, aber trotzdem auch Rassismus behandelt.
In Serien, die in Amerika spielen und mehrere Staffeln gehen, wird Rassismus gegenüber Minderheiten immer wieder mal angesprochen. Ich nenne an dieser Stelle "Chicago Fire", einfach, weil ich diese als letztes geschaut habe bzw. gerade schaue und Diskriminierungen immer wieder mal Thema sind - gegenüber Frauen, Dunkelhäutigen, ärmeren Menschen und Menschen mexikanischer Abstammung.
In "Lady Trents Memoiren" geht es zwar eigentlich um eine Drachenforscherin, aber auch hier ist Rassismus ein Thema. Es wird zwar schon ab dem ersten Band die schlechtere Stellung von Frauen und Bürgerlichen behandelt, aber ab Band drei gibt es eben auch einen dunkelhäutigen sehr wichtigen Charakter, sodass auch Rassismus angesprochen wird.
Als drittes habe ich einen Film für euch. Hier wird sehr viel mit Vorurteilen gegenüber anderen Kulturen gespielt. Ein Ehepaar hat vier Töchter. Drei sind bereits verheiratet: eine mit einem Juden, eine mit einem Moslem und eine mit einem Chinesen. Die jüngste Tochter soll nun auch heiraten und welche Freude, dass wenigstens dieser potenzielle Schwiegersohn Katholik ist! Nur hat sie nicht erwähnt, dass er dunkelhäutig ist... Ihr habt es wahrscheinlich längst erraten. Die Rede ist von "Monsieur Claude und seine Töchter". Ich fand den Film echt witzig und es wird ordentlich mit Vorurteilen aufgeräumt - von beiden Seiten.
Der Film "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit" erzählt die Lebensgeschichte von Nelson Mandela und seinen Kampf gegen die Apartheit in Südafrika. Er erzählt von seinen radikalen jungen Jahren, von seiner langen Gefangenschaft und schließlich seinem Weg zum Präsidenten. Ich bewundere Mandela einfach nur, schon allein nur für die Dinge, die ich durch diesen großartigen Film gelernt habe. Eine absolute Empfehlung meinerseits. (Wie ich gerade bei einem anderen Teilnehmer gelesen habe, gibt es den Film auch als Buch bzw. er beruht darauf)
Die letzten beiden Bücher beschäftigen sich nicht mit dem Rassismus, wie wir ihn heute kennen. Es geht um Sklaverei - der schlimmsten Form von Rassismus. "12 Years a Slave" habe ich als Film gesehen, aber dieser beruht auf der wahren Geschichte von Solomon Northup, der seine Biografie niedergeschrieben hat. Er lebte als freier Musiker in New York, wird aber durch eine Intrige als Sklave an eine Plantage in den Südstaaten verkauft. Es dauert zwölf Jahre, bis er sich befreien und nach Hause zurückkehren kann. Was er in dieser Zeit erlebt, ist einfach nur erschreckend. Der Film ist echt gut und sehenswert, aber definitiv nichts für schwache Nerven.
Das letzte Buch ist ein absoluter Klassiker: "Onkel Tom's Hütte" von Harriet Beecher Stowe. Es ist die Geschichte eines Sklaven im 19. Jahrhundert, der immer wieder verkauft wird, gleichzeitig aber auch die derer, denen die Flucht gelungen ist.Ich habe es vor vielen Jahren als Hörbuch gehört, kann mich aber leider nicht mehr an so viel erinnern. Doch ich weiß noch, dass es mich ziemlich bewegt hat.

Damit verabschiede ich mich für heute von euch. Fallen euch vielleicht noch ein paar mehr Bücher ein? Schreibt es mir gerne in die Kommentare. Hier geht es zum Mutterschiff bei Lauter&Leise. Bis zum nächsten Mal und vergesst nicht: Lest schön!
Eure Shannon

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